KWW Romanisches Dreieck

RD_LogoDie Ausstellung „Romanisches Dreieck“ des Vereins DORFGEMEINSCHAFT ERLA hat durch zahlreiche Führungen schon einen erfreulichen Bekanntheitsgrad erreicht. Durch die Beschilderung eines eigenen Kulturwanderweges wurde nun das Angebot für kulturinteressierte Wanderer erweitert.

Start ist bei der Ausstellung am Kirchenplatz Erla, wo auch ein Folder mit der genauen Wanderroute aufliegt. Durch den Ortsteil Weingarten führt der Weg an der Pestsäule vorbei durch die Steinwand über Klein Erla Richtung Rems. Das Portal dieser kleinen Filialkirche ist ein romanisches „Highlight“ des Enns-Donauwinkels, es stammt aus der Zeit nach 1250. Das Gasthaus Stollnberger in unmittelbarer Nähe lädt die Wanderer zu einer ersten Rast ein.

Weiter geht’s über Raad und Wagram Richtung St. Pantaleon, wo man in Marksee den Ort erreicht. Die erste urkundliche Nennung der Kirche in St. Pantaleon datiert um 1050. Die einzigartige Krypta, mit zwei Säulen und zwei achteckigen Pfeilern aus Kalkstein und die Westapsis der alten romanischen Kirche blieben erhalten. Der Altartisch der Krypta besteht teilweise aus wieder verwendeten spätrömischen Ziegeln. Nach dieser eindrucksvollen Besichtigung können sich die Wanderer im gegenüberliegenden Gasthaus Winklehner laben.

Der letzte Abschnitt des Wanderweges führt über Weingarten wieder zurück nach Erla, wo man im Gasthaus Reisinger direkt unterhalb der Kirche die kulturellen Eindrücke in Ruhe verarbeiten kann.

Die Ausstellung wurde am 09. Juni 2013 eröffnet und ist ganzjährig geöffnet und frei zugänglich.

Kontakte für Führungen:
Erla – Wolfgang Divinzenz 0660/7480699
Rems – Franz Rosenberger 07435/53108
St. Pantaleon – Gerhard Dauwa 0699/18220474

Hier die Wanderkarte zum download

Die Ausstellung des Vereins DORFGEMEINSCHAFT ERLA in der Schlossarkade Erla führt den Besucher zu Schauplätzen der Romanik. Der Ort Erla, die Filialkirche Rems und die Pfarrkirche St. Pantaleon weisen dabei auf die politische, religiöse und künstlerische Bedeutung dieser Zeit hin, die um 1000 n.Chr. beginnt und etwa bis ins 13. Jhd. reicht.
Das Wort Romanik lässt zahlreiche Analogien zu, die an die Antike anknüpfen. Beispielsweise ist die lateinische Sprache die gemeinsame Wurzel aller romanischen Sprachen. Doch darf die Romanik keinesfalls als bloßer Abgesang römischer Kunst verstanden werden, vielmehr erfolgte eine Umdeutung in christlichem Sinne: Aus der Basilika wurde die romanische Kirche, aus dem Triumphbogen die Pforte zum Reich Gottes.
Romanik ist eher Vielfalt als Homogenität, eher Verzweigung als stringenter Wuchs. Zu den verbindenden Absichten europäischer Kunst zwischen 1000 und 1250 zählen vor allem das Ziel, sämtliche Baukörper zu überwölben und der Drang, freie Flächen mit Figuren- und Ornamentschmuck zu überziehen.

Die Ausstellung zeigt architektonische Highlights dieser Zeit aus dem Enns-Donau-Winkel.

ERLA
Das älteste Dokument über das Kloster Erla ist eine Urkunde des Passauer Bischofs Konrad aus dem Jahre 1115. Weiters wird  noch ein gefälschter Stiftsbrief aus dem Jahr 1494 im Niederösterreichischen Landesarchiv aufbewahrt, der in der Ausstellung in Originalgröße zu sehen ist. Man geht davon aus, dass das Kloster kurz nach 1045 gegründet wurde.
Wolfger von Erla, wurde am 11.03.1191 zum Bischof von Passau gewählt. 1193 tritt er als Vermittler in der Affäre um Richard Löwenherz in Erscheinung. 1197 bricht er als Kreuzritter in das Heilige Land auf und gründet in Akkon den Deutschen Ritterorden. Er gilt mit großer Wahrscheinlichkeit als Auftraggeber des Nibelungenlieds.

REMS
Der Name „remes“ taucht erstmals am 1. Jänner 1204 in den Reiserechnungen des Passauer Bischofs Wolfger von Erla auf. Es besteht aber kein Zweifel, dass der Ort Rems sehr alt ist. Vermutlich entstand die jetzige Kirche aus einer Befestigungsanlage oder einer Burg.
Zu Beginn des 13. Jahrhundert wurde das damalige Bauwerk zu einer Wehrkirche umgebaut. Das Portal ist ein romanisches „Highlight“ des Enns-Donauwinkels und bildet das Titelbild der Ausstellung. Es stammt aus der Zeit nach 1250. Die Rundbögen bilden eine Entsprechung vom romanischen Eingangsportal zum Chor- und Altarraum. Zwei Lanzettfenster deuten darauf hin, dass die Kirche zur Erbauungszeit flach gedeckt war und Oberlichtfenster besaß.

ST.PANTALEON
Die erste urkundliche Nennung der Kirche in St. Pantaleon datiert um 1050. Das „feste Haus“ (Burganlage) muss spätestens um 1200 im Besitz der Herren von Erla gewesen sein. Zwislichenkirchen Wolfel (Wolfger von St. Pantaleon) tritt in diesem Zusammenhang 1195 urkundlich in Erscheinung.
Die einzigartige Krypta, mit zwei Säulen und zwei achteckigen Pfeilern aus Kalkstein und die Westapsis der alten romanischen Kirche blieben erhalten. Sie werden in der Ausstellung eindrücklich dokumentiert. Die Kapitelle weisen Flechtwerkmuster mit Motiven des „Salomonischen Knoten“ auf.
Der Altartisch der Krypta besteht teilweise aus wieder verwendeten spätrömischen Ziegeln. Doch auch die Säulen und Kapitelle könnten antiken Ursprungs sein, leicht zu beschaffen aus dem ehemaligen römischen Legionslager in Albing.